Der neue Tarif ist in Reichweite

Die Abrechnung ambulanter ärztlicher Leistungen wird heute mit dem sogenannten TARMED (tarif médical) abgewickelt. Im TARMED sind alle ambulanten Arztleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abgebildet. Dass der TARMED veraltet und eine Revision dringend notwendig ist, wird von niemandem bestritten. Eine neue Tarifstruktur zu erarbeiten, die für alle Tarifpartner tragbar und konsensfähig ist, erweist sich als äusserst anspruchsvoll.

 

Wichtiges Etappenziel erreicht: Nun liegt die neue Leistungsstruktur bereit

 

Zu Beginn des Jahres 2016 wurde die ats-tms AG gegründet mit dem Ziel, eine komplett revidierte Tarifstruktur für ambulante Arztleistungen zu erarbeiten und laufend weiter zu entwickeln. Die Gründungspartner waren der Krankenversicherungsverband curafutura, die Ärzteverbindung FMH, der Verband der Schweizer Spitäler H+ und der Unfallversicherungsverein MTK. Der Geschäftsführer, Dr. Christof Haudenschild, arbeite seither mit seinem Team und mit Experten der beteiligten Tarifpartner  an der neuen Tarifstruktur, so dass der Verwaltungsrat der ats-tms AG Mitte September 2018 die neue Leistungsstruktur verabschieden konnte. Die Leistungsstruktur, bestehend aus sämtlichen Leistungspositionen inklusive Taxpunkte, generellen und Kapitelinterpretationen sowie weiterer Leistungspositionsmerkmale ist eine wichtige Vorstufe zur Fertigstellung der Tarifstruktur. Zur Komplettierung fehlen der Tarifstruktur heute nur die Anwendungs- und Abrechnungsregeln.

Die verabschiedete „Leistungsstruktur ambulant“ wurde dem Bundesamt für Gesundheit zur Kenntnis gebracht und kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://leistungsstruktur-ambulant.ats-tms.ch.

 

Wie geht es weiter?

 

Der Spitalverband H+ ist nach der Verabschiedung der Leistungsstruktur aus der ats-tms AG ausgetreten. Die  verbleibenden Gesellschafter der ats-tms AG curafutura, FMH und MTK setzen ihr Vorhaben unbeirrt fort und sind zuversichtlich, gemeinsam einen konsensfähigen, konstruktiven Abschluss der Arbeiten für die neue Tarifstruktur zu finden. Ab November 2018 werden in einem komplexen Verfahren die heute noch ausstehenden Anwendungs- und Abrechnungsregeln definiert. Die Geschäftsstelle führt hierzu eine Vielzahl von Fachdiskussionen mit Vertretern der medizinischen Fachgesellschaften und weiteren Experten der beteiligten Tarifpartner durch und konsolidiert die Ergebnisse. Nach Abschluss dieser Arbeiten liegt gemäss vereinbartem Zeitplan die fertige Tarifstruktur im Frühjahr 2019 bereit. Nach den jeweilig internen Genehmigungen der an der ats-tms AG beteiligten Tarifpartner soll die Tarifstruktur inklusive aller notwendigen Dokumentationen dem Bundesrat zur Genehmigung eingereicht werden. Gemäss Bericht zur Anfrage Darbellay gehen sie davon aus, dass der Bundesrat auch zu einem von einer namhaften Minderheit eingegebenen Tarif Stellung beziehen wird (Kriterien für die Repräsentativität bei der Unterzeichnung von Tarifverträgen im Gesundheitswesen; Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates 11.4018 Darbellay Christophe vom 30. September 2011).